Ich beschäftige mich seit meinem Studium der Kunstgeschichte intensiv mit der gebauten Umwelt. Häuser, Plätze und Städte erzählen etwas über die Menschen, von denen sie bewohnt werden. Die Architektur prägt ihre Bewohner in gleichem Maße wie diese versuchen, ihre Behausungen zu gestalten.

Dieses Wechselspiel zwischen Architektur und Mensch ist oft eine Tragödie, manchmal eine Komödie und in einigen Fällen das pure Glück. Entsprechend schätze ich etwa Gebäude von Peter Zumthor, Zaha Hadid oder (stellvertretend für alle guten, aber unbekannten Architekten) von Eckart Lüps.

Auszug aus einem Gespräch mit
Zaha Hadid, 2005

Ein alter Streitpunkt zwischen Architekten und den Benutzern von Gebäuden ist die alltägliche Nutzbarkeit. Gerade Ihren Entwürfen wurde oft vorgeworfen, dass sie extravagant und wenig zweckmäßig seien. Wie verbinden sich für Sie Stilwille und Funktion?

Zaha Hadid: Natürlich muss ein Gebäude auch praktisch sein. Aber darüber hinaus sollte es die Menschen auch mit etwas Neuem konfrontieren, mit einer Raumerfahrung, die einen berührt oder überwältigt oder etwas in einem neuen Licht erscheinen lässt. Architektur hat auch etwas mit Neugierde zu tun. In den 70er Jahren dachte man, in der Architektur sei alles erreicht und nichts mehr möglich. Das forderte mich und viele andere heraus, die Grenzen zu sprengen. Die Leute waren zuerst geschockt und daraus entwickelte sich ein gewisser Widerstand. Die Leute hatten Angst, ihre kleine, wohlgeordnete Welt könnte gestört werden. Man muss also erst eine gewisse Großzügigkeit lernen und dann akzeptieren, dass es auch andere Werte gibt. Gute Architektur kann das leisten. Hörprobe

Auszug aus einem Gespräch mit
Peter Zumthor, 2007

Hörprobe

Empfehlungen:

  • “Museum am Strom” von Willem Jan Neutelings in Antwerpen
  • Rolex Learning Center von Sanaa in Lausanne/Schweiz
  • Estadio Municipal von Pritzker-Preisträger 2011 Souto de Moura in Braga (sowie seine anderen öffentlichen Gebäude in Portugal)
  • Feldkapelle “Bruder Klaus” von Peter Zumthor in der Eiffel
  • Kunstmuseum MAXXI von Zaha Hadid in Rom
  • “Bernaqua” von Daniel Libeskind in Bern